Drei Meter hoher Stoffturm

HASSLOCH: Seit Montag gilt beim Einkaufen und in Zügen und Bussen eine Alltagsmasken-Pflicht. Um den Bedarf decken zu können, engagiert sich auch der DRK-Ortsverein Haßloch-Meckenheim. Dazu hatte er einen Aufruf gestartet, mit der Bitte um Materialspenden. Wie war die Resonanz?

Von Stephanie Becker

Die Resonanz auf unsere Spendenaktion war an beiden Tagen gut“, freut sich im Gespräch mit der RHEINPFALZ Jürgen Vogt, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Haßloch-Meckenheim. Im Secondhand-Shop des Deutschen Roten Kreuzes in Haßloch wurden in der vergangenen Woche gut erhaltene Kopfkissenhüllen, Bettbezüge und andere Stoffe abgegeben, die bei mindestens 60 Grad Celsius ausreichend heiß gewaschen werden können, bevor sie zu Alltagsmasken verarbeitet werden. Gespendet wurde dabei von Haushalten in Haßloch, Meckenheim, Forst, Neustadt-Königsbach und Lambrecht.

Für Nasendraht sogar Heftrücken zweckentfremdet Mit der Menge des bislang eingegangenen Materials ist Jürgen Vogt schon ziemlich zufrieden: „Wenn wir alles übereinander stapeln, kommt ein Stoffturm in Höhe von mindestens drei Metern zusammen.“ Dennoch freue sich der Ortsverein aufgrund der benötigten Mengen an selbstgenähten „Behelfs-Mund-Nasen-Masken“, wie die textilen Alltagsmasken richtig heißen, über weitere Sachspenden.

Auch Einzugsgummi mit maximal drei Millimetern Stärke ist gefragt. „Für den Nasendraht haben wir sogar Heftrücken zweckentfremdet“, sagt Vogt. Auch hier seien Materialspenden an geeignetem Draht noch willkommen.

Und nicht zuletzt sucht das Deutsche Rote Kreuz weitere Näherinnen und Näher, um Mund-Nasen-Maskenherzustellen. Bislang sind fünf Helferinnen im Einsatz. „Sie nähen nach unterschiedlichen, aber natürlich allesamt gängigen Schnittmustern“, verspricht Jürgen Vogt. Doppellagige Masken mit einlegbarem Filtermaterial, aber auch einlagige Modelle „für ein vielleicht leichteres Atmen an sehr warmen Tagen“ seien nach kurzer Nähzeit erhältlich, da die Arbeiten mit dem Spendenmaterial jetzt erst beginnen können.

Laut Vogt sollen die unterschiedlichen Modelle für Privatleute zwischen drei und sechs Euro pro Stück kosten. Die Gemeindeverwaltung, das Studio Haßloch des Offenen Kanals Weinstraße und gemeinnützig tätige Vereine im Einzugsgebiet werde das DRK Haßloch-Meckenheim kostenlos „partnerschaftlich und je nach machbarer Kapazität ausstatten“, wenn der Ortsverein angefragt werde.

Für alle Materialspender und Unterstützer werde der DRK-Ortsverein in der Zeit nach der Corona-Krise ein Helferfest als Dankeschön veranstalten.
NOCH FRAGEN?

 - Zur Abgabe und zum Anschauen der Maskenmodelle ist der DRK-Secondhand-Shop in der Schmähgasse 39 in Haßloch laut Vogt voraussichtlich ab Montag, 4. Mai, wieder regulär geöffnet. Montags ist dann von 16 bis 18 Uhr offen, mittwochs von 15 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, so der DRK-Ortsvorsitzende. Geeignete Stoffe können so auch wieder vor Ort abgegeben werden.  - Wer Alltagsmasken nähen oder bestellen sowie Material abgeben möchte, kann sich schon jetzt beim DRK-Büro, Rathausplatz 2a, in Haßloch melden, entweder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 06324/2060 (Anrufbeantworter). Material und Schnittmuster werden gestellt.

Quelle 
Ausgabe Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 99
Datum Dienstag, den 28. April 2020
Seite 16